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Beutetierchen
Bevorzugte Nahrung der in Ufernähe jagenden Meerforellen sind Kleintiere, wie
Kleinfische, Jungfische, Garnelen, Flohkrebse und Würmer. Wie diese aussehen,
wo sie vorkommen und welche Nachbildungen eingesetzt werden, fasst dieser
Abschnitt zusammen. Die hier beschriebenen Kleinfische sind in der Reihenfolge ihrer Bedeutung als Futtertierchen die Sandaale, verschiedene Grundeln sowie Stichlinge. SandaaleSandaale sind sehr schlanke längliche Fische, die im gesamten Ostseeraum vorkommen. Am Ende des 3. Lebensjahres erreicht der Kleine Sandaal ca. 16 cm Länge, in Ausnahmen bis zu 20 cm. Der Große Sandaal kann dagegen bis zu 30 cm lang werden. Beide Arten leben tagsüber meist im Sand verborgen und sind nur nachts aktiv, wo sie in kleinen Schwärmen auf Planktonfang sind. Die Laichzeit beider Arten liegt in den Monaten März bis Mai, wobei sie zum Laichen größere Wassertiefen aufsuchen. Generell halten sich Sandaale in den Wintermonaten in etwas tieferen Bereichen auf als im Sommer. Die Farbe der Sandaale reicht von durchscheinend silbrig an den Flanken bis zu chartreuse (leuchtend hellgrün) auf dem Rücken. ![]() Sehr selten werden Nachbildungen in der dem Vorbild ähnlichen Größe gefischt, da sich derart große Fliegen nicht besonders gut werfen lassen, jedenfalls nicht mit Ruten der Schnurklasse 8 und kleiner. Hinzu kommt, dass die Hakenspitze bei Meerforellenfliegen sehr weit hinten liegen sollte, um Fehlbisse zu vermeiden. Abhilfe schaffen hier Tandemfliegen mit zwei Haken und einer flexiblen und leichten Verbindung dazwischen, wie die Tobis Tandem. Ein anderes gutes Muster ist die Thunder Creek Tobis, die auf Einzelhaken Größe 1/0 schon eine große Fliege ist, sich aber relativ gut werfen lässst. Sandaale sind flinke Fische und entsprechende Fliegen sollten deshalb relativ schnell gefischt werden, in manchen Fällen ist auch das beidhändige Einholen angesagt. GrundelnGrundeln sind kleine, etwa 5 bis 12 cm lange Küstenbewohner, die als Grundfische der Flachwasserregionen in der gesamten südlichen Ostsee vorkommen. Die typische Länge der Grundeln, die wir beim Angeln zwischen den Tangfeldern sehen, liegt bei ca. 5 cm. Die Körperform der Grundeln ist rundlich mit relativ dickem Kopf. Alle Vertreter dieser Art haben eine bräunliche Grundfarbe mit helleren und dunkleren Flecken. Flanken und Bauch sind schmutzig hellgrau bis gelblich. ![]() Muddler sind die Antwort, wenn es um Nachbildungen der Grundeln geht. Insbesondere Muddler mit naturbraunem Kopf und braun/schwarzer Schwinge erscheinen im Wasser wie kleine Grundeln. Fliegen mit Rehhaarkopf schwimmen allerdings sehr hoch und Grundeln sind Grundfische. Beschwerte Muddler machen aber nur bei Wassertiefen von mehr als 1 m Sinn, und nachts sollte man auf jegliche Beschwerung verzichten. Da die Grundeln nicht aktiv umherschwimmen, sind langsame Einholbewegungen mit deutlichen Pausen die richtige Wahl. StichlingeStichlinge kommen in der Ostsee in drei Arten vor, wobei aber nur der Dreistachlige Stichling in Größerer Zahl zu finden ist. Im Salzwasser ist diese Art sogar etwas größer als im Süßwasser, und die Weibchen sind größer als die Männchen, wobei die typische Länge bei 5 - 7 cm liegt. Beide sind die meiste Zeit grünlich auf dem Rücken und mehr silbrig an den Seiten und am Bauch. Zur Laichzeit legt das Männchen dann sein bekanntes leuchtendes Farbkleid an. Der Neunstachlige Stichling ist viel seltener und auch kleiner; daher ist seine Bedeutung für die Fliegenfischerei zu vernachlässigen. ![]() ![]() Die bekannteste Nachbildung für Stichlinge ist die dänische Fliege Jultrae, d. h. Weihnachtsbaum, und so glitzernd sieht sie auch aus. Garnelen und FlohkrebseGarnelen Die häufigste Garnelen-Art ist die Sandgarnele, die wir ja von der Nordseeküste als Krabben kennen, und die im gekochten Zustand eine rote Färbung annimmt. Als Futtertierchen sorgen sie durch das Karotin für das rote Fleisch der Meerforellen. Garnelen sind reine Proteinbomben und deshalb sehr beliebt bei allen Fischen. Die Sandgarnele kommt eigentlich nur in den wärmeren Monaten vor, und sie wird umso größer, je später in der Saison, die etwa von März bis Oktober geht. Dabei sind Exemplare von 4 cm Länge keine Seltenheit. Das soll aber nicht heißen, dass es in der restlichen Zeit überhaupt keine Garnelen gibt, sondern nur, dass sie dann seltener sind oder sich in tieferen Regionen aufhalten. Jedenfalls sind Garnelenimitationen wie die dänische Magnus ein Muss in jeder Fliegendose, wobei die Hakengrößen von klein (Größe 8) bis ziemlich groß (Größe 1) verwendet werden. ![]() Eine weitere Garnelenart kommt häufig im flachen Wasser der Ostsee vor, die Steingarnele. Diese lebt zwischen Blasentang und Steinen und ist deutlich größer als die Sandgarnele. Diese Garnele findet man manchmal im Magen von Meerforellen, die nachts im extremen Flachwasser raubten. Große Exemplare können durchaus 6 cm lang sein. Diese Größe und das Volumen dieser Garnelen ist nicht leicht zu imitieren und noch schlechter zu werfen. Hier bieten sich voluminöse Muddler an, die sehr hoch schwimmen und sich daher auch in sehr flachem Wasser fischen lassen.
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Flohkrebse kommen nicht nur im Süßwasser, sondern auch im Salzwasser der Ostsee vor. Obwohl sie nur etwa 1-2 cm lang sind, bilden sie doch eine wichtige Nahrungsquelle für Meerforelle und Co. Die Färbung von Flohkrebsen variert von bräunlich über grau bis Sandfarben (je nach Untergrund, Versteck etc.). ![]() Gute Imitationen sind nicht besonders wichtig, kleine unscheinbare graue oder braune Muster sind besonders im Herbst gute Köder und gehen sowohl als Imitation des Flohkrebses als auch von Wasserasseln. ![]()
Sandwürmer sind dicke Happen, selbst für große Meerforellen oder andere Räuber. Besonders zur Laichzeit der Seeringelwürmer (im Februar/März), wenn diese träge im Freiwasser schwimmen, sammeln sich die Meerforellen in den entsprechenden Uferregionen. ![]() Normal sind die Sandwürmer zwischen 10 und 20 cm lang und bräunlich. Zur Laichzeit verfärben sie sich blauschwarz. Bei auflandigem Wind werden oftmals hunderte von Sandwürmern zusammengeschwemmt. Manchmal ist es in diesen Perioden schwierig einen Fisch an den Haken zu bekommen (zuviel natürliche Nahrung) und realistische Imitationen sind nicht so sehr gefragt (da hilft Nachtangeln mit schwarzen Muddlern!!)
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